Norwegen 2020

Wohnmobil-Reise in Süd-Norwegen mit ein paar spektakulären Wanderungen, tollen Naturerlebnissen und vielen neuen Eindrücken
01 - Freitag 21.08.2020 -Wohnmobil abholen, vollpacken und los geht's möglichst weit Richtung Norden

Letzter Arbeitstag für mich, aber nur ein kurzer Tag bis 11.00 Uhr. Juliane hatte sich schon frei genommen.
Der Tag fing nicht so gut an. Um kurz vor 9.00 eine SMS von Fjordline, aus technischen Gründen kann die von uns gebuchte Fähre nicht fahren. Mist 😡, aber es gibt ja noch eine zweite Fährgesellschaft, also neu gebucht zum doppelten Preis, dafür schon mittags nach Norwegen. Egal, nur nicht die Laune verderben lassen.
Der Anruf bei MC Rent gab dann wieder positive Energie, unser WoMo ist heile aus der Vorvermietung zurückgekommen und wir können es um 13.30 schon abholen.
Juliane hatte schon alles soweit vorbereitet, sodass wir das WoMo direkt vollmachen konnten. Bei über 30 Grad aber kein echtes Vergnügen, aber es geht ja in Urlaub.
Um kurz vor 17.00 waren wir startklar und ab ging es auf die Autobahn. Der Verkehr war ok, es war ordentlich was los, aber kein Stau. Die Fahrt war auch eher unspektakulär, bis auf zwei Regeneinheiten mit wenig Sicht rund um Münster und hinter Hamburg. Jeweils fast 50km durch dicksten Regen und Gewitter, sodass man nicht schneller als 90kmh fahren konnte. Wir wollten so viele Kilometer wie möglich abspulen, damit wir es nicht mehr so weit bis Hirtshals haben am Samstag.
Grenzübergang nach Dänemark fast wie früher mit Passkontrolle von einer sehr hübschen Grenzbeamtin. Alles gut, wir konnten gleich weiterfahren. Kurz hinter Kolding, nach 599 Kilometern sind wir auf einen Rastplatz gefahren, den auch andere für die Zwischenübernachtung nutzten.
In Ruhe noch ein Bier und einen Ouzo getrunken und dann ins Bett, so gegen 7.00 wollen wir aufstehen.
Es ist jetzt kurz vor Sieben und der erste Bericht ist fertig. Mal sehen was der Tag heute bringt es hat gerade schon ein wenig geregnet, aber wir sind ja nicht aus Zucker.
02 - Samstag 22.08.20 - durch Dänemark bis zur Fähre und noch ein paar Kilometer in Norwegen

Ich könnte jetzt ganz viel über das Wetter schreiben, aber das wäre sicher auf Dauer zu langweilig. Es wäre nur schön, wenn die nächsten Tage etwas anders und besser verlaufen würde. Die letzten zwei Tage waren ja Reisetage ohne viel Wanderung, Besichtigung oder Aktionen, also waren die Stürme, Gewitter und Regengüsse nicht so dramatisch, aber den ganzen Urlaub brauchen wir das nicht.
Gestern morgen in Dänemark los, die letzten 250 Kilometer bis Hirtshals gefahren, ganz entspannt etwa 1,5 Stunden vor Abfahrt in die Schlange gestellt für die Fähre ⛴. Die Abfertigung des Autos vor uns dauerte fast 15‘ und am Ende durfte er nicht mitfahren, sowas nervt, lässt sich ja aber nicht ändern.wir sind dann gemeinsam mit vielen anderen WoMos und einigen LKWs ganz unten in den Bauch des Schiffes gefahren. Nach Einweisung das Auto abgestellt und hoch auf das Oberdeck. Es war sehr windig und die Sonne schien, also haben wir beides draußen genossen. Später, auf See wurde es ungemütlicher, die Sonne verschwand, der Wind bließ und viel Gischt wurde über das Schiff geblasen. Wir haben dann etwas im Bordrestaurant gegessen und sind durch die Ladenstraße gebummelt. Das Schiff hat ganz schön geschaukelt und Juliane war es kurz etwas mulmig, aber das ist auch schnell wieder vergangen, nachdem sie etwas gegessen hatte. Wir waren dann zwischendurch nochmal draußen, aber dort war es dann doch zu ungemütlich. Mit 10‘ Verspätung sind wir dann in Kristiansand angekommen. Beim Verlassen des Schiffes gab es viel Gedränge, weil alle Autos über nur zwei Spuren abgeleitet wurden, also dauerte es seine Zeit. 
Juliane hatte im Reiseführer gelesen, dass es sich lohnen würde gleich in Kristiansand durch einen Park spazieren zu gehen und die Aussicht auf Stadt und Hafen zu genießen. Also sind wir die nur drei Kilometer zu diesem Park gefahren. Dort sollte dann auch noch ein Konzert stattfinden, es war ganz gut besucht. Wir sind dann mit Schirm und Regenjacken durch den sehr schönen, etwas verwunschenen Park gegangen immer bergauf zu diesem Aussichtspunkt. Es war schön auf die Stadt zu schauen, aber bei Sonne sieht das sicher noch besser aus. Sicher ein lohnendes Ziel, wenn man nicht gleich von der Fähre aus weiter will. Wir hatten ja die Zeit und wollten ja heute nur noch knapp 100 Kilometer fahren.
Wir sind dann Richtung Lindesnes und dann zum Lindesnes Fyr, zum südlichsten Punkt auf dem Festland Norwegens gefahren. Jetzt habe ich den ersten Eindruck bekommen, was es heißt, für 2 Kilometer Luftlinie etwa 6 Kilometer am Fjord entlang zu fahren. Schöne Eindrücke, kleine Orte mit vielen Schuppen für Schiffe und die so schönen roten Holzhäuser. Auf den letzten Kilometern war auch nur noch ganz wenig Verkehr, sodass man die Autofahrt auch genießen konnte. Immer wieder dicke Schauer zwischendurch, aber als wir am Leuchtturm ankamen war es trocken. Richtig stürmisch dort wurde uns der Wind um die Nasen geweht. Das Meer aufgewühlt brandete an die Felsen, echt beeindruckend.
Wir haben ganz viele Bilder gemacht, ist schon ein toller Ort hier ganz im Süden von Norwegen.
Ein paar Kilometer die Straße zurück war ein Campingplatz, dorthin sind wir dann noch gefahren, wir wollten heute mit Strom und Dusche übernachten.
Ich habe dann noch etwas gekocht, es gab ja noch nichts ordentliches. Juliane hatte Hunger und dann gibt man Ihr besser was zu Essen, sonst hat sie schlechte Laune 🤨
Wir konnten aber nicht draußen sitzen, dafür war es zu nass, denn es gab immer wieder Schauer.

Wir sind dann gegen 23.00 ins Bett gegangen und schauen mal was der nächste Tag bringt. Es ist jetzt 7.45 und die Sonne scheint durch einige Ritzen der Scheiben, vielleicht haben wir ja Glück bei der Draisinenfahrt heute nur eine Stunde Fahrzeit entfernt.
Ich werde berichten.....
03 -Sonntag - 23.08.20 - eine tolle Draisinenfahrt in Flekkefjord

Heute einmal tagesaktuell. Wir sitzen bei 14 grad und starkem Wind im WoMo. Zwischendurch regnet es immer mal wieder, aber wir haben draußen gegessen, wenn auch mit den Übergangsjacken.
Aber eins nach dem anderen. Heute morgen schien die Sonne durch die Ritzen der Verdunkelung, also frohen Mutes einen Kaffee gekocht bevor wir losgefahren sind. Wir sind ja nicht so die Früh-Frühstücker, also reicht der Kaffee. Gegen halb 10 dann los gefahren, das Navi sagte dass wir gegen 11.00 da sein sollten, also noch genug Zeit um ein paar Brötchen zu holen, zu schmieren, damit wir für die Draisinenfahrt genug Energie haben. Die Fahrt bis zur E39, eine Bundesstraße, war schon etwas abenteuerlich und dauerte lange wegen der vielen Kehren und der engen Straße. Die gleiche Strecke auf der E39 dauerte am Ende nur ein Viertel der Zeit. Spaß macht es aber schon, diese kurvenreichen engen Strecken zu fahren. Wir waren dann auch um kurz nach 11.00 an diesem Bahnhof und konnten die Draisinen sehen. Komplett aus Metall, bis auf die Sättel und ziemlich rappelig wie man nachher merkte. Brötchen hat Juliane noch gekauft, ich habe mich um die Formalitäten gekümmert.
Wir bekamen vor der Fahrt noch ein paar Sicherheitshinweise, einen Helm eine Warnweste und hätten auch noch Stirnlampen bekommen. Die brauchten wir aber nicht, weil Marco uns eine geliehen hat (sie geht auch noch, lieber Marco) und wir eine selbst gekauft haben.
Vor uns fuhr eine Familie los, die zu dritt (zwei trampeln, einer sitzt daneben) unterwegs waren. Da es erst bergauf gehen sollte, haben wir ihnen Vorsprung gegeben. Dieser war nach etwa 5 Kilometern aufgebraucht, sie hatten ja mehr Gewicht den Berg hoch zu schleppen. Wir haben dann eine Fotopause eingelegt und die einen Fahrerwechsel vorgenommen. Der Sohn, etwa 17 hatte vorher nicht getrampelt, jetzt wurde die Mutter auf dem Beifahrersitz gefahren, schon lief es bei denen besser, sie hatten etwa 500 Meter Vorsprung am Wendepunkt.
Dort musste man die Draisine auf der einspurigen Strecke hochheben, umdrehen um dann nach dem Letzten wieder zurück zu fahren. Wir haben uns als zweite aufs Gleis gesetzt, vor uns die drei von der Hinfahrt und hinter uns ein junges norwegisches Pärchen. Zuerst ging es wieder ein ganzes Stück bergauf, aber genau nach der Hälfte der Strecke konnte man laufen lassen.
Unsere drei Vorfahrer hatten wir dort wieder eingeholt, aber der Gewichtsvorteil machte sich dann für die positiv bemerkbar und sie fuhren uns davon. Mittrampeln konnte man nicht mehr, dafür waren wir zu schnell. Die offizielle Höchstgeschwindigkeit war 15kmh, aber wenn man 17 Kilometer in 50‘ fährt, ist man leicht drüber 😁. Es erinnerte manchmal an eine Holz-Achterbahn, so laut und so rappelig ging es zu, aber ein Riesen-Spaß.
Am Ziel fuhren wir dann mit drei Draisinen im gebotenen Mindestabstand von 50 Metern in den Bahnhof ein.
Die Fakten zur Tour: zwei mal 17 Kilometer. Zwei mal zwei Stunden Zeit. 17 Tunnel (der längste fast 1.200 Meter lang). Atemberaubende Landschaft (siehe Bilder).Eine tolle Sache, wer da ist sollte das machen! 🚴🏼‍♂️🚴‍♀️
Wir hatten danach noch knapp zwei Stunden Autofahrt bis zu unserem nächsten Zwischenziel, dem Campingplatz von Brusand. Ein schöner Platz direkt in den Dünen am Meer, dafür aber besonders windig. Wir konnten uns einen Platz aussuchen geschützt vom Wind mit Holz-Terrasse vor dem WoMo.
Wir haben dann noch einen Strand-Spaziergang und ein paar nette Bilder gemacht.
Reicht für heute, morgen geht’s auf den Preikestolen, soll ein Highlight werden, wenn das Wetter mitspielt.
Heute war es auf der Draisinenfahrt nur manchmal nass, aber mit kurzen Hosen und Funktionsklamotten ging es ganz gut.
Es ist noch früh, gerade 21.00. ich stelle jetzt den Text ein (nach Kontrolle und Korrektur lesen durch Juliane).
04 - Montag - 24.08.20 - Auf zum Preikestolen 

Heute wieder tagesaktuell!
Wir sitzen dick eingemummelt vor unserem WoMo im Hafen von Jorpeland auf einem Stellplatz und trinken einen Rosé aus Deutschland.
Aber von Anfang an: wir haben uns gestern Abend anders entschieden als geplant. Stavanger muss ich nicht sehen, Juliane kennt es schon, ich möchte Natur und wandern, also umgeplant.
Heute schon früh aufgestanden um halb acht und ausnahmsweise mal schon um die Zeit gefrühstückt. Juliane Porridge und ich Müsli, dazu starken Kaffee.
Kurz nach 9 ging es los, wir wollten die längere Strecke zum Preikestolen fahren, nicht durch kilometerlange Tunnel, sondern mit Landschaft und Fähre, kürzer, aber langsamer. Etwa 20 Kilometer vor Stavanger mussten wir dafür vorher abbiegen um über kleinere Straßen zu fahren. Leider konnten wir das Schild an der Abbiegung nicht lesen und auch die Straßennummern sagten uns nichts. Auch das Navi rebellierte nicht. Letztendlich standen wir nach über 10 Kilometern vor einer geschlossenen Straße, also zurück zur E39 nach Stavanger um dann durch einen 14 Kilometer langen Tunner auf die andere Seite zu kommen. Wir haben nur 20‘ verloren, sind aber einige Kilometer mehr gefahren.
Wir haben den Touri-Parkplatz direkt am Anfang der Wanderung gewählt, teuer stand im Internet, aber für 25€ haben wir auch schon einmal einen Tag in Miami Beach geparkt! Da war es aber wärmer 🥵
Wir sind dann gleich ,in den Berg eingestiegen‘ der Start war sehr steil über eine Schotterpiste, bis die Felsstufen anfingen. Sehr steil hoch, die Steine hatten etwa die doppelte Höhe von normalen Treppenstufen, also klettern!
Zwischendurch meldete sich mein Garmin, doppeltes, dreifaches, ......... Tagesziel an Stufen erreicht.
Zwischendrin ein Holzweg über eine Hochebene, dann über große Felsen mal hoch mal runter. Zwischendurch auch mal ein Schauer, aber uns konnte nichts aufhalten auf dem Weg zum Preikestolen. Oben angekommen rutscht mir raus, ‚und dafür sind wir jetzt hier raufgeklettert?‘ Ich weiß nicht, ob mich jemand verstanden hat, aber ernst gemeint war das natürlich nicht. Während wir die letzten Meter zum Plateau gingen setzte sich schon jemand an den Rand des Felsens und ließ die Beine baumeln, schön fotografiert von der anderen Seite.
Das haben wir uns gespart (Juliane durfte nicht!), aber ein paar nette Bilder sind trotzdem entstanden. Juliane hat sich auf dem Bauch an die Kante gerobbt und 604 Meter in den Abgrund geschaut. Ich bin zu alt für so‘n Scheiß und brauch‘ das nicht mehr.
Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn als wir da oben waren, schien zwischendurch die Sonne und es war angenehm warm. Dann zog es sich zu, es wurde schlagartig kalt, sodass wir die Jacken wieder anziehen mussten. Wir sind dann aufgebrochen um runter zu gehen, dann gab es einen Schauer und sofort war vom Fjord nichts mehr zu sehen.
Es hat dann aber nicht lange geregnet, wir konnten die Jacken nach 20‘ wieder ausziehen. Der Weg zurück war nur 10‘ kürzer als hoch, aber auch sehr anstrengend, weil rutschig.
Als wir unten ankamen, machten sich teilweise noch Familien mit bis zu drei Kindern auf dem Weg nach oben. Hätten wir nie so gemacht, schon gar nicht mit Kindern und bei den Wetterwechseln.
Auf dem Weg zum Stellplatz sind wir bei einem Supermarkt vorbeigefahren um noch frische Lebensmittel zu kaufen. Ich habe dann aus Norwegischen Zutaten chinesisch gekocht. Juliane war zufrieden, also alles gut 😊 
Es ist jetzt kurz vor 22.00, noch Korrektur von Juliane und schon ist der Beitrag online.
Morgen wieder wandern 🥾 und dann wieder Campingplatz mit Strom.
Ich werde berichten.......

Nachtrag: sorry, aber leider sind die Bilder nie in der richtigen Reihenfolge und nicht wie hochgeladen 😡

05 - Dienstag - 25.08.20 - lange Fahrt, keine Wanderung, ein kurzer Kanuversuch und gammeln.

Heute stand eine Fahrt von etwas über 200 Kilometern an. Wir haben die kürzere, aber interessantere Route gewählt, weil wir nicht über 30 Kilometer durch Tunnel fahren wollten. Dafür gab es ein paar tolle Aussichten auf Fjorde, Seen, Wasserfälle, eine kurze Fährüberfahrt und zwischendurch sogar Sonne ☀️.
Vor 9 Uhr schon losgefahren zu einem Wasserfall nur drei Kilometer entfernt vom Stellplatz. Das war aber eher eine Enttäuschung und wir sind gar nicht erst ausgestiegen. Nach etwa 10 Kilometern ging dann die Warnlampe für den Öldruck an und blieb auch an. Das hatten wir kurz schon vorgestern, daher habe ich mal beim Vermieter angerufen was zu tun ist. Wir waren zwar noch in der Nähe von Stavanger und dort war sicher ein Fiat Händler, aber wir wollten ja ins Hinterland. Mc Rent gab uns dann eine kostenlose Rufnummer für solche Fälle. Auf der kurzen Fähre haben wir dann dort angerufen. Der Verdacht war, dass ein Fühler kaputt ist. Die nächste Werkstatt aber über 100 km in die falsche Richtung entfernt. Also haben wir uns gedacht, das hat auch Zeit, bis wir übermorgen in Bergen sind. Und, wie es so geht, nach dem Starten des Motors runter von der Fähre hatte sich das Problem erledigt ✅(oder das Lämpchen ist jetzt defekt).
Wie schon geschrieben, viele Eindrücke auf der Fahrt eine Frühstückspause am Fjord neben einer Lachsfarm und viele viele Wasserfälle. Der größte für heute sollte dann aber kommen nachdem wir an unserem Campingplatz vorbeigefahren waren, noch ein paar Kilometer weiter. Der fünftgrößte in Norwegen, der Langfossen mit einer Fallhöhe von 612 Metern. Der Clou dabei, direkt daran vorbei geht eine Bundesstraße über eine Brücke und der Auslauf des Wasserfalls direkt unter der Brücke durch. Anhalten darf man auf der Brücke nicht, dafür gibt es vorher extra einen Parkplatz, damit man sich dem Wasserfall nähern kann.
Direkt daneben fing die Wanderung an, die wir uns eigentlich vorgenommen hatten. ‚Eigentlich‘ heißt, wir haben hochgeschaut und entschieden, das lassen wir heute lieber mal, denn morgen steht auch eine schwere Wanderung mit vier Wasserfällen an und dann machen wir heute mal piano, ist ja schließlich Urlaub!
Wir sind dann zurück zum Campingplatz, wie schon bekannt alles nur noch mit Automaten. Man steckt die Kreditkarte rein, wählt was man will und schon hat man eine Service-Karte und weniger Geld auf dem Konto, aber nicht überteuert oder so. Alles easy halt, man wählt seinen Stellplatz selbst aus, natürlich mit Blick auf Fjord und zwei Wasserfälle und gut ist.
Später haben wir dann noch unser neues Kajak aufgeblasen. Leider schafft die Akku-Pumpe nicht den erforderlichen Druck, sodass wir ein bisschen zu viel Tiefgang hatten. Da muss noch eine gute Doppelhub-Handpumpe zusätzlich her, damit der Druck stimmt. Aber ein paar hundert Meter sind wir immerhin gefahren ohne zu kentern 😁.
Wir haben noch ein bisschen draußen am WoMo gesessen, uns mit den Nachbarn unterhalten und es uns gut gehen lassen. Elf Grad laden aber nicht dazu ein, länger als nötig auf den Campingstühlen zu sitzen. Außerdem hat Juliane Hunger und möchte drinnen essen.
Ich fange dann jetzt an, die Reste von gestern noch ein bisschen ‚aufzupimpen‘ währen Juliane noch Korrektur lesen muss.
Morgen stehen dann gleich vier Wasserfälle an, bevor es dann zurück geht an die Küste nach Bergen, die erste richtige Stadt in Norwegen, die ich dann zu sehen bekomme.
Ich werde weiter berichten.......
06 - Mittwoch - 26.08.20 - der Wasserfall-Tag

Schon mal vorab, es gibt heute fast nur Fotos von Wasserfällen und wenige von uns, Juliane oder sonstige Naturfotos.
Was ich heute erleben durfte, hatte ich so nicht erwartet! Wie mächtig das Wasser die Berge runterstürzt und wie viel Wasser da runterkommt ist für mich echt gigantisch. Wir hatten ja in den letzten Tagen eine Menge Regen und oben auf den Gipfeln ist ja auch noch eine Menge Schnee, aber dass das solche Auswirkungen hat, ist noch irgendwie erstaunlich. Dass Norwegen 🇳🇴 Vorbild bei der erneuerbaren Energie ist (98%), davon 93,5 aus Wasserkraft wusste ich ja, aber wieviel Energie aus der Wasserkraft ungenutzt bleibt, kann man glaube ich an den Bildern sehen! Dass hier so viele Tesla rumfahren, kann ich jetzt auch verstehen, die brauchen nur 5% von dem Öl, was sie aus der Nordsee holen selbst, den Rest verkaufen sie teuer.
So, genug davon!

Wir sind heute nur ca. 80 Kilometer mit dem Auto gefahren, also ganz entspannt um halb 10 losgefahren nach einem Kaffee, richtig frühstücken sollte später kommen. Die Sonne schien schon seit die Sonne aufging, also mal gute Voraussetzungen für einen schönen Wandertag. Schön in Ruhe an den Fjorden entlang, kurze Zwischenstops zum Fotografieren, oder Juliane einfach aus dem Fenster raus. Sind tolle Aufnahmen dabei, mal sehen, was ich später davon einstelle, aber in Wirklichkeit gibt es mindesten fünf mal so viele. Kurz vor dem Tagesziel bot sich ein Parkplatz an um zu frühstücken. Einen Laden mit Brötchen gab es auch, sodass wir was essen und gleichzeitig unseren Proviant für die Tour schmieren konnten.
Wir sind dann an unserem späteren Campingplatz in Kinsarvik vorbeigefahren noch ca 5 km den Berg hinauf zum Startpunkt der Wanderung.
Vier Wasserfälle sollte es zu sehen geben, die Strecke sollte 9,4 Kilometer lang sein und 520 Höhenmeter überwunden werden. Runtastic sagt heute Abend was anderes: 4 Wasserfälle ✅, 13,0 Kilometer 😰, 706 Höhenmeter 😰. 
Wir waren echt platt am Ende der Tour, was daran lag, dass viele der Wege mit viel Wasser überschwemmt waren, Trampelpfade echte Sumpflöcher waren und wir über Steine klettern mussten um weiter den Berg hoch zu kommen. Am Ende konnten wir den ausgewiesenen Weg gar nicht gehen, weil er unter Wasser stand. Oben angekommen, alle vier Wasserfälle gesehen zu haben, war aber schon ein Erlebnis.
Der Abstieg stand uns aber noch bevor. Auch hier das gleiche Bild, teilweise hatten wir auch kurz den Weg verloren, aber Runtastik mit der Aufzeichnung vom Weg nach oben half ganz gut. Wir waren froh, am Kraftwerk, am ersten Wasserfall angekommen zu sein und entschieden uns für die Schotterstraße nach unten statt für den ‚Wanderweg‘, den wir schon bergauf genießen durften.
Unten angekommen tat uns fast alles weh, wir waren platt, aber glücklich das erlebt zu haben. Wenn man ehrlich ist, war das keine Wanderung, sondern eine Mischung aus wandern 🥾 und klettern 🧗‍♀️.
Wir sind dann zum Campingplatz, haben das WoMo mit Blick auf den Fjord hingestellt und haben erst einmal ausgiebig geduscht. Dann ‚fein‘ gemacht mit Jeans, Shirt und Jacke und ab ins einzige Restaurant in diesem Kaff. Neben uns saßen Deutsche, die hatten das einzige Hotel im Ort gebucht mit Halbpension, aber Küche war zu, weil zu wenig Gäste, also mussten sie auswärts essen.
Fast die Hälfte unserer Pizzen haben wir uns mitgeben lassen, lecker, aber mächtig und zu viel. Gibt‘s dann morgen Abend als Pfannenpizza aufgewärmt.
Jetzt suche ich noch die Bilder aus, die ich hochlade und Juliane muss den Text lesen und absegnen.
Morgen geht’s nach Bergen, mal sehen, was die Großstadt zu bieten hat, aber ich werde berichten.......

07 - Donnerstag - 27.08.20 - Bergen einen Tag, statt wie geplant zwei 


Heute sind wir viel gefahren, haben aber einen Tag zusätzlich gewonnen, denn wir haben statt zweimal in Bergen zu übernachten dort gar nicht übernachtet. Der im Internet ausgewiesene Stellplatz existiert überhaupt nicht, also haben wir irgendwo unter Bäumen geparkt und sind in die Stadt gelaufen. Es war wunderbares Wetter, man konnte in der Sonne im T-Shirt rumlaufen und schön draußen sitzen um auch mal was draußen zu trinken. Wir sind ausgiebig durch den Hafen, die Altstadt und die Einkaufsstraße gelaufen. Museen sind ja nicht so unser Ding und mit der Bahn auf den Berg wollten wir auch nicht. Also kurz entschlossen einen Teil des Weges vom Vormittag wieder zurück bis Voss, um dann abzuzweigen nach Flåm, wo die berühmte Flåmsbahn den Berg nach Myrdal hoch und wieder runter fährt. Man hat zwar auch Anschluss an eine Bahn nach Oslo, aber wir wollen ja mit dem WoMo weiter.

Aber der Reihe nach: Bergen ist eine sehr schöneStadt mit alten und neuen Schiffen im Hafen, einer schönen Altstadt an den Hang gebaut und tollen Ausblicken auf die Stadt aus dem oberen Teil der Altstadt. Wir haben uns das alte Hanseviertel angeschaut, haben dort was getrunken und sind in Ruhe rumgeschlendert. Dann wurde schnell klar, dass wir die geplante Wanderung in Bergen lieber in der Natur außerhalb von Städten machen wollen.

Jetzt sind wir also in Flåm auf dem Campingplatz, gleich neben dem Ortskern mit dem Bahnhof und einer Station für Fjordtouren mit dem Schiff. Aber außer einigen Zimmern, einem Restaurant, dem Campingplatz und einer tollen Hausbrauerei mit Restaurant  gibt es hier nichts. Wir haben dort ein kleines Biertasting zu zweit probiert und dann hat sich jeder noch eines der Biere aus dem Tasting bestellt. Sehr urig, sehr nett und nur zu empfehlen.

Wir haben dann gerade noch die Pizza von gestern Abend in der Pfanne aufgewärmt, schmeckte immer noch super, und sitzen jetzt hier bei der Planung der nächsten Tage.

Morgen Flåmsbahnen, dann noch Stegastein Aussichtspunkt und bis Østerbrø Fjellstove, wo wir übernachten um am nächsten Tag die längste Wanderung machen wollen. 19 km nach Vassbygdy durch das Aurlandsdalen. Wir müssen dann die 19 km um 17.00 geschafft haben, denn um 17.10 fährt der Bus zurück zum Ausgangspunkt, sonst wäre es nicht so gut.

Aber mal sehen, ich werde weiter berichten......


Bilder dann morgen, Internet ist schlecht hier und W-lan geht gar nicht 😟


Ach ja, eines hatte ich noch vergessen, hier gibt es Tunnel mit Kreisverkehr! Bild 2 

Witzige Kombination, Tunnel mit Kreisverkehr, 500 Meter weiter Brücke über einen Fjordarm, dann wieder ein Tunnel in dem wieder nach einem Kilometer ein Kreisverkehr ist.

08 - Freitag - 28.08.20 - Flåmsbahnen von Flåm nach Myrdal und zurück und ein ruhiger Nachmittag mit ‚Leute beobachten‘

Heute früh schön gefrühstückt mit Kaffee und Müsli bzw. Porridge. Um kurz nach 10 fuhr die Bahn von 6 Meter ü.M. bis auf 867 ü.M. auf 20 Kilometer. Wir sind vom Campingplatz mal eben die 500 Meter zum Parkplatz am Bahnhof gefahren, weil wir den Platz räumen mussten, obwohl gar nicht viel los war. Auch im Zug konnte man gut Abstand halten und mal links, mal rechts aus dem Fenster schauen und knipsen. Der Höhepunkt der Fahrt war nicht zu sehen, eine 180 Grad Kurve bergauf durch den Felsen. Die Bahn wird auch die 20er Bahn genannt. 20 Jahre Bauzeit, 20 Kilometer lang, 20 Tunnel und Kosten von 20 Millionen Kronen (damals in den 30er/40er Jahren). Zu sehen gab es aber auch viele Highlights (siehe Fotos). Nach etwas mehr als einer Stunde war man oben in Myrdal. Dort angekommen hat man Anschluss an verschiedene andere normale Zugverbindungen an die Küste oder Richtung Oslo.
Wir hatten oben nur etwa eine halbe Sunde Aufenthalt, reichte aber auch, viel zu sehen gab es nicht. Wieder unten in Flåm angekommen haben wir uns noch das Eisenbahnmuseum angeschaut und uns dann noch einen Kaffee geholt. Dann sind wir los Richtung Aurlandsdalen und hier bis Vassbygdi. Hier ist eine bewirtschaftete Hütte mit Toiletten, Waschraum und der Bushaltestelle zu der wir eigentlich von oben aus wandern wollten. Da wir hier gut stehen können, entschieden wir uns hier zu bleiben und uns die Strecke nach Østerbrø zu sparen (siehe Screenshot der Strecke mit dem Auto). Dafür fahren wir die Strecke morgen früh mit dem Linienbus um 8.45 Uhr, spart vielleicht ein paar Nerven, denn runter müssen wir sowieso wieder.
Stegastein liegt hinter dem Abzweig den wir heute gefahren sind, daher kommt der Aussichtspunkt erst morgen dran.
Als wir hier ankamen, war die bewirtschaftete Hütte zu, der Wirt weiß, wann er ein Geschäft machen kann. Er machte um 15.00 wieder auf, gerade als die ersten Wanderer den Parkplatz erreichten. Nach und nach kamen die unterschiedlichsten Gestalten am Parkplatz an, aßen noch eine Waffel vom Wirt oder verspeisten selbst mitgebrachtes. Ich habe dann ein Pärchen angesprochen dass den schönsten Platz hier besetzte dass sie sich bitte melden sollen, wenn sie wegfahren. Haben sie dann auch gemacht und uns noch mitgegeben, dass sich die Tour auf jeden Fall lohnen würde.
Jetzt stehen wir mit Blick auf den Fluss in erster Reihe. Dafür hat es hier ein paar mehr Mücken, aber wir klagen nicht 😉.
Jetzt leert sich der Platz mehr und mehr, aber ich erwarte noch ein paar Übernachtungsgäste in Form von Wohnmobilen im Laufe des Abends.
Ich werde nachher noch etwas aus unseren Vorräten zubereiten (Nudeln haben wir genug mitgenommen 😂) und dann werden wir gemütlich den Abend verbringen. Vielleicht essen wir ja draußen, zu kalt ist es sicher nicht.
Morgen dann die lange Wanderung, ich werde berichten........

09 -Samstag - 29.08.20 - längste und anstrengendste Wanderung 🥾 ever 😀

Um dort anzusetzen, wo ich gestern aufgehört habe, es kam niemand mehr am Abend oder in der Nacht, dafür wurde es ab 8.00 richtig voll auf dem Platz. Aber es war ja Samstag und da machen die Norweger natürlich auch mal einen Ausflug zum Wandern.
Der Bus um 8.45 war dann auch bis auf den letzten Platz gefüllt, es kam aber noch ein zweiter direkt dahinter, die sind hier auf Zack, die Norweger. Dann ging es einspurig mit dem Bus den Berg rauf. Zwei Tunnel hatten Ampeln, da passten keine zwei Autos nebeneinander, sonst gab es Ausweichstellen aber extrem enge Tunnel halt. Gut, dass wir unten geparkt hatten, auch wenn der Stellplatz kein richtiger Stellplatz war. Wir hätten ja am nächsten Tag genau den gleichen Weg zurückfahren müssen. War schon richtig so!
Oben angekommen sind einige gleich losgerannt, überhaupt hatten es einige sehr eilig den Berg runter zu kommen. Rechts und links haben die nicht geschaut und auch sicher nicht die Landschaft genossen. Es war recht frisch oben unter 10 Grad, aber wir gingen los und wurden dann schnell warm. Wenn man davon absieht, dass an einem Samstag offensichtlich ordentlich was los ist, ging alles doch recht entspannt zu. Wir haben natürlich ein paar Fotostopps eingelegt und kamen etwas langsamerer voran, wir waren aber auch nicht auf der Flucht! Es gab tolle Möglichkeiten Bilder zu machen, aber leider blieb es bis mittags bedeckt, sodass die Farben nicht so rauskommen. Dann riss es aber zeitweise auf und gleich glitzerten die Wasserfälle ganz anders. Normalerweise steht jeden Kilometer ein Schild, wie weit es noch bis zum Ziel in Vassbygdi ist, aber ein paar Schilder wurden wohl geklaut, sodass man vergeblich auf das nächste Schild wartete. 😆
Wir haben insgesamt zwei Pausen gemacht, bei denen wir was gegessen und getrunken haben, aber sonst haben wir uns nirgends lange aufgehalten. 
Runtastic sagt knapp 5h12‘ für 19 Kilometer bei 1.224 Metern aufwärts und 2.081 Metern abwärts. Klingt komisch, aber es ging zwischendurch auch immer mal wieder ganz schön nach oben. Die letzten 5 Kilometer waren dann wirklich hart und der Weg abwärts wurde immer beschwerlicher, weil man auf Geröll lief, immer ausrutschen konnte und man ja schon eine Strecke weg hatte.
Letztendlich sind wir platt, aber glücklich unten angekommen mit schmerzenden Waden, Fuß- und Kniegelenken.
Auf dem Parkplatz war die Hölle los, diejenigen, die noch unterwegs, oder noch nicht weg waren und diejenigen, die morgen losgehen wollen. Neben uns stand ein WoMo, wo wir uns gefragt haben, wie der Fahrer das wohl gezaubert hat in diese Lücke zu kommen. Egal, wir konnten noch unsere Türen aufmachen und gut nach einer Pause aus der Lücke rausfahren.
Morgen hätte normalerweise wieder eine Wanderung angestanden, die sparen wir uns aber. Wir sind dann noch die knapp 20 Kilometer zum Stegastein gefahren, ein Abstecher der sich gelohnt hat. 8 Kilometer Serpentinen bergauf, oben ein paar Fotos gemacht und wieder runter ins Tal auf den Campingplatz Lunde in Aurland. Hier bleiben wir jetzt die Nacht und morgen geht’s dann ohne Umwege zum Geiranger Fjord (heute noch 7 Grad und Regen, ab morgen aber besser 😀).
Wir haben jetzt schon den zweiten Tag ‚gewonnen‘, daher werden wir wohl doch noch den Abstecher zur Vogelinsel ‚Runde‘ machen.
So, satt, zufrieden und müde sitzen wir jetzt noch zusammen in unserem WoMo (Heizung ist leicht an). Juliane muss jetzt noch Korrektur lesen, damit der Artikel online gehen kann.
Bilder kommen auch noch, aber ob heute kann ich nicht versprechen. Juliane darf morgen ausschlafen (hat sie sich gewünscht 😴), dann hab ich ja genug Zeit Bilder hochzuladen.
Mal sehen, was der Tag morgen bringt, ich werde berichten.........

Übrigens habe ich heute das ‚(hoffentlich)‘ aus dem Titel des Urlaubsblogs gestrichen, das was wir bisher erleben durften ist spektakulär und macht soooo viel Spaß 😉 
10 - Sonntag - 30.08.20 - Fahrtag zum Geiranger Fjord

Juliane durfte ja heute ausschlafen, aber um 8.30 ist sie aber dann doch schon aufgestanden. Da bin ich zu Hause andere Zeiten von Ihr gewöhnt 😴.
Wir haben dann, nachdem wir uns gegenseitig unser Leid geklagt hatten was uns alles weh tut, in Ruhe Kaffee getrunken, die Morgentoilette erledigt und sind losgefahren Richtung Geiranger Fjord. 10.15 ging es los. Das Navi sagte uns eine Fahrzeit von etwa vier Stunden voraus, aber es wurde dann doch 15.45 bis wir da waren.
Es musste ja noch eine Frühstückspause an einem See geben und ein paar Fotostopps. Es gab so viel zu sehen unterwegs, die Bilder zeigen das ja. Es ging los direkt nach dem Start mit dem 24,51 Kilometer Lærdalstunnel. Das ist der längste Straßentunnel der Welt 🌍 Da gab es natürlich nix zu sehen, aber immer wenn man aus einem Tunnel rauskam gab es die tolle Landschaft zu bewundern. Es kam dann noch die Sonne raus und alles erschien in noch schöneren Farben. Schnee auf den Bergen, Gletscher, Fjorde, Seen. Die Landschaft öffnete sich langsam, die Fjorde waren nicht mehr so eng und so tief eingeschnitten zwischendurch.
Durch die letzten Tunnel ging es ganz ordentlich bergauf zum Bergplateau ‚Møre of Romsdal Vestland’ wo wir noch ein paar Fotos gemacht haben. Direkt an der Straße auf etwas über 1.000 Meter waren dann auch noch Schneereste.
Von dort aus ging es dann die letzten 8 Kilometer in Serpentinen steil bergab. Um die Bremsen nicht zu sehr zu strapazieren bin ich dort im zweiten Gang runtergefahren, trotzdem roch es nach Bremsen, als wir unten ankamen und ausstiegen. Wir sind direkt in die Rezeption und haben uns für die nächsten zwei Tage eingebucht. Ein älteres Ehepaar kam fast gleichzeitig mit uns an, zögerten aber. Glück für uns, wir stehen in erster Reihe mit Holzterrasse vor dem WoMo, das Paar nur in zweiter Reihe 😏.
Danach kamen noch viele neu dazu, aber alle hatten schlechtere Plätze als wir 😇.
Wir sind dann noch ins Dorf gegangen und waren shoppen. Je ein Pulli für Juliane und für mich. Je um 50% runtergesetzt und wirklich günstig.
Dann noch in den ‚Joker‘ der bis 18.00 auf hat und was frisches gekauft, ich koche dann gleich noch was.
Mal sehen, ob die Sonne noch hier auf den Campingplatz kommt bevor sie untergeht, aber ich denke sie wird hinter dem Berg verschwinden, bevor sie uns erreicht. Aktuell sind hier nur 7 Grad und wir machen gleich die Heizung im WoMo an. Die Wettervorhersage für morgen ist gut, da werden wir eine Wanderung am Fjord machen, die müden Knochen wieder durchbewegen.
Schauen wir mal was der Tag so bringt, ich werde berichten.........

11 - Montag - 31.8.20 - ein Tag am Geiranger Fjord mit Wanderung

Heute haben wir zum ersten Mal das WoMo nicht von der Stelle bewegt.
Wir hatten eine Wanderung auf über 500 Meter geplant, nur 3,5 km den Berg hoch und wieder runter (Runtastic, siehe Fotos, hat daraus je 1.000 hoch und runter gemacht, so steil war es dann doch nicht!). Wir sind dann die etwas mehr als zwei Kilometer vom Campingplatz zum Startpunkt auch gelaufen, das war noch easy, immer am Fjord entlang knapp über der Wasserlinie.
Als dann das Hinweisschild kam und die Tour los ging wurde es auch gleich steil, aber das kennen wir ja schon von anderen Touren. Auch hier wieder durch den vielen Regen viele matschige rutschige Stücke, sodass man schon aufpassen musste. Ansonsten ging es wie immer hier über dicke Steine ähnlich wie Treppenstufen, aber halt unterschiedlich hoch, mal wie eine, mal wie zwei Stufen. Zwischendurch eine Lichtung wo man zum ersten Mal einen tollen Blick auf Geiranger hatte. Auch heute kein Kreuzfahrer, sicher eine echte Seltenheit hier. Dann mal zwischendrin eine Passage, nur einen Meter breit, dafür auf der einen Seite ein Abgrund und keine Sicherung! Auf dem Weg runter fiel uns das dann gar nicht mehr auf, man hatte sich daran gewöhnt.
Nach dreieinhalb Kilometern dann die Alm mit zwei kleinen Hütten, wunderschön gelegen und richtig idyllisch. Bis die anderen Touris kamen. Auf einmal wurde es voll dort oben, aber wir hatten die besten Plätze auf den Steinen und konnten in der Sonne sitzen und uns ausruhen, was essen und trinken.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht. Jetzt musste man noch mehr aufpassen, denn bergab ist das noch rutschiger. Einmal bin ich ausgerutscht, aber Juliane konnte mich noch auffangen 🥰. Schneller ist man bergab aber auf jeden Fall. Unten angekommen konnten wir nicht wie gehofft in der Sonne laufen, dafür war der Berg zu hoch und die Sonne zu tief. Auf einmal taucht tatsächlich ein Kreuzfahrtschiff von Hurtigruten auf, ein kleines, aber ein Kreuzfahrtschiff 🚢. Es legte aber nicht an, sondern drehte 500 Meter vor dem Kai um und verschwand wieder. Die letzten 500 Meter waren dann wieder in der Sonne und wir wussten, dass wir an unserem Stellplatz noch etwa eine halbe Stunde Sonne haben würden. Also, gleich Schuhe aus und auf die Stühle in die Sonne gesetzt. Dazu gab es ein Belohnungsbier. Wir konnten beobachten, wie die Sonne immer tiefer sank und um Punkt halb vier saßen wir im Schatten und es wurde schlagartig einige Grad kälter.
Wir haben dann die Zeit genutzt, sind in Ruhe und ausgiebig duschen gegangen. Trotz der heißen Dusche wurden wir nicht so richtig warm und mussten im WoMo die Heizung anmachen. Trotzdem haben wir uns noch einmal aufgemacht zum warme Socken kaufen und zum Lebensmittelladen.
Wir haben tatsächlich Tee gekauft, der uns jetzt zusätzlich zur Heizung wärmt.
Juliane hat gerade auf der Vogelinsel Runde angerufen, ob die Papageientaucher noch da sind, das sollte unser nächstes Ziel sein. Leider endet die Brutzeit Ende Juli, sodass es nicht so richtig Sinn macht dorthin zu fahren.
Mal sehen, wohin es uns stattdessen verschlägt, wir planen gleich noch weiter und ich werde berichten......
12 -Dienstag - 01.09.20 - mit der Fähre durch den Geiranger Fjord und dann nach Alesund

Heute früh hatten wir Zeit, weil die Fähre von Geiranger nach Hellesylt erst um 11.00 Uhr fuhr. Wir waren trotzdem sehr zeitig an der Fähre, dort schien auch die Sonne und wir konnten uns ein wenig aufwärmen nach der kalten Nacht mit 6 Grad. Die Überfahrt dauert nur eine gute Stunde und es gibt viel zu sehen. Es gab auch zusätzlich Geschichten in Norwegisch, Englisch und Deutsch, das war ganz nett. Immer wenn das Schiff im Schatten der Berge fuhr wurde es schlagartig kalt. Gefühlt um 5 Grad 🥶. Es ging aber Richtung Küste und da war Sonne und 17 Grad angesagt. Da wachsen auch keine Berge, sodass die Sonne stetig scheint. Wir waren vor halb drei am Campingplatz, die Wächter hatten noch Pause bis 16.00. Aber man sollte sich einfach einen Platz aussuchen und sich dann nach 16.00 anmelden. Das machte gar nichts, wir haben dann Tisch und Stühle rausgeholt und eineinhalb Stunden in der Sonne gesessen und die Wärme genossen.
Nach der Anmeldung sind wir dann zu Fuß die zwei Kilometer bis in die Stadt Alesund gelaufen. Der Weg war jetzt nicht schön, aber egal, wir wollten ja das WoMo nicht zwingend bewegen. Alesund ist wirklich nett, aber es war auch hier wieder fast nichts los. Viele Lokale hatten geschlossen, manchmal ein bisschen trostlos.
Wir habe uns dann, nachdem wir alles abgeklappert hatten ein Steak- und Burger- Haus ausgesucht. Das war preislich völlig ok nur etwa 20% teurer als bei uns. Das Essen war auch super und gestärkt haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Es ist jetzt halb neun und wir sitzen immer noch draußen, zwar mit Jacke, aber draußen halt.
Wir ändern im Moment ständig unsere Reiseroute, weil wir noch so viel Zeit haben. Morgen ist der Trollstigen (Serpentinenstraße mit Aussichtspunkten) an der Reihe, den fahren wir dann runter nach Andalsnes. Dort sollen es morgen sogar über 20 Grad werden ☀️.
Mal sehen, was wir dort machen, wahrscheinlich einige Aussichtspunkte anschauen und schöne Fotos machen.
In Andalsness werden wir dann wieder eine Nacht bleiben, ich werde berichten.....
13 - Mittwoch - 02.09.20 - über den Trollstigen nach Åndalsnes

Wir sind heute morgen mit strahlendem Sonnenschein geweckt worden. Sogar ich habe mal bis 8.00 Uhr geschlafen obwohl schon vor 23.00 im Bett. Manchmal braucht man das vielleicht 😊
Wir haben dann in aller Ruhe gefrühstückt und erst einmal das WoMo durchlüften lassen. Decken raus, alle Türen und Fenster auf, damit die Wärme die feuchte kalte Luft raustreibt. Wir hatten ja heute auch nur vor etwa 140 Kilometer zu fahren. Einen Umweg über den Trollstigen nach Åndalsnes, was sich auf jeden Fall gelohnt hat. Juliane war ja schon mal da und wusste zu erzählen, dass massenweise Busse da hoch und runter fahren. Es war kein einziger Bus unterwegs und der Parkplatz gehörte nur WoMos, PKWs und Motorrädern. Die Fahrräder von den Verrückten, die dort mit Muskelkraft hochgefahren sind standen direkt bei Ihren Fahrern. Es gab zwei Plattformen mit tollen Aussichten auf die Berge, das Tal und die Serpentinen. Wie erwähnt normalerweise rappelvoll hier, aber man konnte immer Mindestabstand halten, also alles gut. Man konnte sich kaum sattsehen an dem Ausblick, aber irgendwann mussten wir weiter.
Auf dem Weg nach unten kamen uns nur insgesamt 5 PKWs entgegen, kein WoMo und auch sonst nichts. Da auch von hinten niemand kam und drängelte konnten wir auf einer schmalen Brücke sogar stehen bleiben und noch Fotos machen. So entspannt hatte Juliane das nicht in Erinnerung!
Unten in Åndalsnes angekommen sind wir erst einmal in einen Supermarkt gegangen frische Sachen kaufen für das heutige Abendessen. Schweinefilet mit Salat 🥗. Dann zum Campingplatz und auch hier war wieder Mittagspause und der gleiche Spruch an der Tür: Platz aussuchen und später anmelden. Das machen wir dann auch gleich nach 16.00.
In der Zwischenzeit haben wir frische Himbeeren, die wir auf einem Parkplatz gekauft haben mit Joghurt gegessen und die warme Sonne genossen.
Der Platz auf dem wir stehen ist wieder einmal in erster Reihe am Wasser und mit mit einer Sitzbank mit Tisch versehen. Wieder alles richtig gemacht. Jetzt gammeln wir den Rest des Tages rum, nachdem wir heute morgen schon wieder einmal die Restplanung umgeworfen haben.
Felix meinte heute morgen über WhatsApp dass wir doch nahe an der norwegischen Atlantikroute sind und ein Abstecher auf jeden Fall lohnenswert sei. Also ein wenig gegoogelt und eine neue Route grob geplant. Von Åndalsnes über Molde, Bud bis Kritiansund, da hat man zumindest die ganzen Brücken der Atlantikroute einmal abgefahren. Mal sehen wie weit wir kommen, wir gehen das ganz entspannt an und im Moment ist das Wetter an der Küste besser als im Hinterland.
Juliane meinte gerade: „Du bist immer früher dran in den letzten Tagen, wer weiß, was heute noch passiert!“ 😃
„Dann schreib‘ ich halt einen Nachtrag“ habe ich geantwortet.
Wenn nicht, gibt‘s morgen Abend wieder was Neues. Ich werde berichten.....

14 - Donnerstag - 03.09.20 - über die Atlantikstraße nach Kristiansund


Die aktuelle Planänderung war ja die Atlantikstraße zu fahren. Heute morgen war auch noch gutes Wetter vorhergesagt, zumindest bis Abends. Wir wurden wieder von der Sonne geweckt, es waren angenehme Temperaturen und wir haben uns die Ruhe angetan. Die Strecke war überschaubar, ca. 160 Kilometer und wir hatten keine Wanderungen oder sonstige Herausforderungen geplant. Lediglich ein paar Fotostopps an der Atlantikroute. Kurz vor Molde noch günstig getankt und dann sollte in Bud die tolle Route starten. Ob es am Wetter lag (es regnete nämlich zeitweise), oder wir nicht gut drauf waren (das wäre uns aber aufgefallen), uns hat diese eine etwas seltsam wirkende Brücke nicht wirklich vom Hocker gehauen. Da sind die Brücken nach Key West schon eine andere Nummer, aber egal, wir haben es gesehen, es war sicher das Wetter 🙂.

Wir sind dann in Kristiansund angekommen und der ausgesuchte Campingplatz hat uns nicht überzeugt (vielleicht doch die Laune?). Wir sind dann weiter direkt zum Hafen gefahren „Bobilparkering“. Nur ein Stellplatz, aber am Yachthafen, nahe der Innenstadt mit allem was man für eine Nacht braucht.

Wir sind dann in die Innenstadt nur etwa 10’ gelaufen, erst ein paar leergeräumte Läden, dann aber ‚Überraschung‘ ein Einkaufszentrum ähnlich der ‚Thier-Galerie’, aber in etwas kleiner und daneben noch eine Fußgängerzone mit Geschäften und Restaurants. Das hätte man dieser Stadt, die nicht im Reiseführer steht und in keinem Campingführer auftaucht gar nicht zugetraut. Sogar eine Oper haben die hier.

Wir haben uns dann auch für ein Lokal für heute entschieden (Italiener), sind zum WoMo zurück und warten jetzt auf die Essenszeit. Den heute gekauften Lachs wollten wir auf einem irgendwann einmal geschenkten Einmalgrill machen, aber das bietet sich im Regen nicht gerade an. Vielleicht morgen im Dovrefjell.

Wir gehen dann gleich los, wie es beim Italiener war berichte ich dann morgen.....


Ergänzung: aus dem Italiener wurde dann doch ein Lieferservice zum WoMo. Laut Google war ‚Ben‘s Pizza & Grill‘ der Lieferservice vor Ort, also Nummer angerufen und bestellt zu unserem WoMo direkt vor der Kulturfabrikken.


Merke: bei Ben, einem Norweger? Hähnchen und einen Kebab Teller bestellen und ans deutsche WoMo liefern lassen, hat schon ein bisschen was internationales, oder?


Das kannte der Mann am Telefon und meinte in 20‘ sei er da. War er dann auch, kontaktloses bezahlen hier selbstverständlich. Das Essen war sehr lecker und zu viel, alles viel viel besser als bei einem Italiener komplett durchnässt zu sitzen und Pizza zu essen.

Ein runder Abschluss des Abends, den wir jetzt noch mit einem leckeren Rotwein ausklingen lassen 🍷🍷


15 - Freitag - 04.09.20 - Fahrt zum Nationalpark Dovrefjell mit Wanderung

Heute früh haben wir wieder nur Kaffee getrunken bevor wir ins Dovrefjell gestartet sind. Es standen 225 Kilometer auf dem Plan. Wie häufiger schon haben wir gegen 11.00 bei strahlendem Sonnenschein auf einem Rastplatz Halt gemacht und in Ruhe gefrühstückt. Die Landschaft veränderte sich langsam, es gab weniger Tunnel, die Täler wurden breiter und die Berge nicht mehr so steil und schroff. Hinter Oppdal biegt man dann nach Süden ab und kommt ins Dovrefjell, wo auch heute unsere Wanderung und unser Ziel sein sollte. Wir sind dann am Campingplatz abgebogen, und noch die zwei Kilometer zum Startpunkt der Wanderung gefahren. Wenn man sich die Tour anschaut ist sie eher langweilig. Einfach fast nur geradeaus auf einem breiten Schotterpfad, aber das Drumherum war schon echt toll 👍. Erst durch einen Wald, bis zur Baumgrenze und danach rechts und links des Weges niedrigere Vegetation dichtes Gestrüpp in verschiedenen Farben. Knapp unterhalb des Gipfels wieder was anderes, dichtes graues Gestrüpp auf dem man laufen konnte wie auf Watte oder Wolken. Der Blick rechts und links auf die umliegenden Berge und Hochebenen ebenfalls beeindruckend. Es ist auch als ausgewiesenes Wandergebiet bekannt und steht so in vielen Reiseführern.
Dann war die Wanderung auch schon nach 7 Kilometern und weniger als zwei Stunden durch und wir konnten zum Campingplatz fahren.
Hier ist alles ein bisschen komisch, der Besitzer ist über das Wochenende weggefahren, ein älterer Herr, der einen Zaun gestrichen hat will mir noch sagen, wie wir das mit dem Bezahlen machen und ein älteres Paar hat uns genauestens auf unseren Platz eingewiesen. Die Sanitäranlagen sind im Keller des Haupthauses, alles etwas älter, aber sehr sauber. Mal sehen, ob die morgen noch Geld von uns wollen......
Jetzt schreibe ich noch die Zeilen zu Ende und kümmere mich dann ums Abendessen. Jetzt mache ich den Lachs doch im WoMo bei offener Tür. Dazu gibt‘s Salat und Brot. Achja, Weißwein haben wir auch noch.
Morgen dann über den ‚Peer Gynt Weg‘, den man mit dem WoMo fahren MUSS, wenn man hier in der Gegend ist. Es geht dann über Lillehammer nach Hamar unserem nächsten Etappenziel vor Oslo.
Morgen Abend gibt es sicher wieder etwas zu berichten.......

16 - Samstag - 05.09.20 - von Hjerkinn über den Peer Gynt Weg und Lillehammer bis kurz vor Hamar

Der seltsame Campingplatz war sehr ruhig heute Nacht. Darfür hörte man schon ab sechs Uhr morgens Stimmengewirr. Da waren gestern Abend noch 5 junge Leute mit einem Hund in einem Auto angekommen, die wohl noch ein Zelt aufgebaut hatten. Als wir uns dann gegen sieben geregt und die Fensterrollos hochgemacht haben konnten wir das sehen. Die haben kurz was gefrühstückt und standen dabei die ganze Zeit um das Auto rum. Der Hund immer mittendrin. Gegen acht hatten die dann alles eingepackt, ihre Rucksäcke aufgesetzt und sich auf eine Wanderung begeben. Das Zelt war verstaut und das Auto ist mit weggefahren.
Wir haben uns dann in Ruhe fertig gemacht, bei den Vertretern des Platzchefs bezahlt und sind schon um 9.00 losgefahren. Heute sollte es über den Peer Gynt Weg gehen, zumindest einen 30 km Abschnitt davon von Gala nach Svingvoll. Das ist ein vielfach beworbener Weg aus einigen Reiseführern. Führt in der Regel um 1.000 Meter über dem Meer und ist eine feste Lehmpiste mit Schotter am Rand. Teilweise Schlaglöcher, aber immer gut zu fahren. Landschaftlich sehr abwechslungsreich und wunderschön. Immer gab es was neues zu sehen und zu fotografieren. Immer mal wieder ein Fotostopp oder Juliane hat aus dem Fenster geknipst. Auf dem Weg waren auch viele Motorräder und Radfahrer unterwegs. Die Strecke kostet etwa 8€ Maut, aber das ist gut investiertes Geld. Die Strecke endet dann in einem Skigebiet mit unendlich vielen Hütten und Häusern. In der Saison und ohne Coronavirus ist hier bestimmt richtig was los.
Zu erwähnen ist sicher auch noch die Anfahrt nach Gala und die Abfahrt von Svingvoll, man musste ja erst einmal hoch auf 1.000 Meter und auch wieder runter. Viele spannende Serpentinen, die so richtig Spaß machen. Der Umweg hat sich auf jeden Fall gelohnt! 👍
Wieder auf der E6 waren es dann nur noch 30 km bis Lillehammer. Dort sind wir zuerst zum Olympiagelände gefahren, haben ein paar Bilder gemacht um dann nach unten in die Stadt zu fahren, die Fußgängerzone lohnt sich wirklich, alles Holzhäuser in den typischen Farben und nette Geschäfte. Heute am Samstag war auch wieder mehr los, aber noch lange kein Gedränge.
Juliane hatte vor Hamar diesmal einen großen Campingplatz ausgesucht. Hier ist wirklich mal mehr los, fast alle Plätze besetzt, die meisten davon Dauercamper. Nur die WoMo Stellplätze sehen normal aus. Die Dauercamper haben in der Regel einen riesengroßen Wohnwagen, mit einem gleich großen Vorzelt und noch zusätzlich einer Holzterrasse , die nochmal die gleiche Fläche als Freifläche hat. Das hat aus meiner Sicht auch nichts mehr mit Camping zu tun.
Wir hatten heute wieder Glück mit dem Wetter. Bei 6 Grad und Sonne aufgewacht, in der Sonne losgefahren und trocken geblieben auch auf dem Peer Gynt Weg. In Lillehammer hat es erst angefangen zu regnen, als wir gerade unseren Stadtrundgang erledigt hatten und im WoMo saßen. Auf dem Weg zum Campingplatz einige Regenschauer, dafür trocken als wir ankamen. Ich habe dann eine Suppe gekocht, die wir draußen gegessen haben. Dann gab es wieder einen Schauer nach dem Essen. Jetzt sitzen wir im WoMo (Juliane macht ein bisschen BuBu) die Sonne scheint, aber das nächste Regengebiet braut sich gerade zusammen, es wird schon dunkel. Mal sehen, ob wir draußen Abendessen können, die fast 15 Grad dazu sind da.
Morgen dann weiter Richtung Oslo, das sind nur noch 150 Kilometer, da werden wir auf dem Weg dahin uns noch eine Wanderung aussuchen, wenn das Wetter es zulässt. 
Ich werde berichten........

17 - Sonntag - 06.09.20 - Fahrt nach Oslo und eine „leichte“ Wanderung

Heute morgen habe ich tatsächlich wieder bis halb acht geschlafen, ich gewöhne mich langsam daran. Mal sehen, wie lange das vorhält, z.B am nächsten Wochenende zu Hause.
Wir haben dann in Ruhe Kaffee getrunken und uns um kurz vor halb zehn auf den Weg Richtung Oslo gemacht. Wir wollten zunächst eine schöne Wanderung von knapp 11 Kilometern machen und danach zum Campingplatz.
Was wir wieder nicht bedacht hatten war halt, dass heute Sonntag ist und mindestens die Hälfte der Osloer sich auf den Weg in die Natur machen. Unendlich viele Radfahrer 🚴🏼‍♂️, Skater mit diesen Langlaufrollern und Jogger unterwegs, teilweise auf den normalen Straßen. Die Wanderparkplätze waren auch schon fast komplett besetzt, aber wir haben noch einen schönen Platz für unser WoMo gefunden. Die anstehende Wanderung war als wenig besucht ausgeschrieben, ich hatte schon Befürchtungen wie auf dem Aurlandsweg, aber es zerstreute sich alles sehr schnell. Es sollte eine leichte Wanderung für junge und alte Abenteurer werden. Ganz so leicht war sie dann doch nicht und das lag an den vielen überschwemmten Trampelpfaden, die man immer wieder umgehen oder umklettern musste. Zwischendurch war mal ein Teil so überschwemmt, dass man über Baumstämme laufen musste. Juliane wollte erst nicht, aber als uns ein Pärchen, was dort übernachtet hatte sagte, dass dort schon Leute drübergegangen waren und wir sonst einen großen Umweg laufen müssten, hat sie sich dann getraut. Es war wackelig, rutschig und man wusste nicht genau wie tief man einsinkt, wenn man daneben tritt. Aber wir haben es geschafft, aber ab dem Moment war es eben keine leichte Tour mehr.
Wir haben dann noch einmal den Weg kurz verloren und mussten ein anderes Mal einen Sumpf umgehen, aber sonst war die Tour doch recht schön.
Mit uns gemeinsam machten sich dann viele wieder zurück auf den Weg in die Stadt. Viele hatten auch am See übernachtet, denn auf unserem Weg bauten eine Menge Leute ihre Zelte ab und fuhren dann am Sonntag wieder nach Hause.
Der Weg zum Campingplatz war dann ein Klacks und dauerte knapp eine halbe Stunde. Auch hier wieder nicht voll, einen Stellplatz ausgesucht, Strom angeschlossen und ausgeruht.
Juliane kommt gerade vom Duschen zurück und ich übergebe gleich zur Korrekturlesung.
Morgen dann mit Bus und U-Bahn in die Stadt und einen schönen Stadtrundgang machen. Museen sind ja nicht so unsers, daher mal sehen wie wir den Tag verbringen. Ich werde dann Abends wieder berichten.........

18 - Montag - 07.09.20 - ein Tag in Oslo 

Heute morgen sind wir wieder um halb acht wach geworden, es war ganz schön kalt in der Nacht. Ich hab‘ dann erst einmal einen starken Kaffee gekocht und wir haben uns dazu warm angezogen. Die Sonne stand aber schon am Himmel, gab aber noch nicht so richtig Wärme ab. Die Wettervorhersage für heute war gut. Sonne und ca. 17 Grad. Also perfekt für eine Stadtbesichtigung.
Los ging es um 9.15 mit dem Bus in die Stadt. Ticket über App gebucht und bezahlt, ca. 7 € für uns beide für eine Fahrt. Mit dem WoMo runter wäre mit Parkgebühren sicher teurer geworden.
Nach etwa einer halben Stunde waren wir an der Oper und sind dort ausgestiegen. Juliane kennt sich ja aus hier. Sehr beeindruckend diese Oper, die man komplett auf dem Dach begehen kann. Normalerweise ist hier immer viel los, aber Montagmorgen gegen 10.00 waren nur wir und zwei andere Pärchen hier unterwegs oder saßen auf dem Marmordach in der Sonne. Wir haben dann auch etwa 10‘ dort gesessen in der jetzt wärmenden Sonne und die Ruhe genossen. Auch alle anderen Sehenswürdigkeiten waren nicht überlaufen oder voll, sondern alles ganz entspannt. Als Nächstes sind wir zur Akershus-Festung gegangen und einmal kreuz und quer durch die Anlage geschlendert. Echt beeindruckende Anlage, auch heute noch ein Militärstützpunkt. Ich hoffe die Stimmung kommt auf den Bildern gut rüber. Danach ging es dann in die Innenstadt. Einige Souvenirläden hatten coronabedingt geschlossen ansonsten gleicht die Einkaufsstraße durchaus anderen europäischen Städten.
Wir sind dann durch den Schlossgarten und ein schönes Botschaftsviertel zum ‚Vigelandsparken‘ gegangen wo der Bildhauer Gustav Vigeland etwa 200 Figuren, die den Zyklus des Lebens beschreiben ausgestellt hat (Achtung Kultur!). Im Park haben wir dann noch eine Pause gemacht und in einem Café etwas getrunken.
Wir sind dann einen ähnlichen Weg zurück gegangen, denn wir mussten ja wieder zur Buslinie zurück um zum Campingplatz zu kommen. Es war recht voll in den Bussen und davon fahren hier ja eine Menge rum, daher haben wir zum ersten Mal hier unsere Masken aufgesetzt. Zwischendurch steigen dann auch noch Schüler nach Schulschluss ein und es wurde noch voller. Durch den Nachmittagsverkehr dauerte die Rückfahrt etwas länger, aber wir haben ja Zeit. Wir haben dann noch was frisches im ‚Kiwi‘ eingekauft, damit ich was zu essen kochen kann. Heute wieder für zwei Tage, dann müssen wir morgen nur Aufwärmen an unserem letzten Abend in Norwegen.
Wir wollen morgen schon in Richtung Langesund aufbrechen und uns ein paar nette Fischerorte im Süden auf dem Wg dahin anschauen. Ziel ist dann ein sehr gut bewerteter Campingplatz direkt am Meer. Dann noch ein paar Kilometer bis zum Fährhafen und hoffen, dass die Fähre auch fährt, nicht so wie auf dem Hinweg, wo wir kurzfristig umbuchen mussten.
Wenn nicht morgen noch eine SMS kommt fährt sie wohl die Fähre, aber ich werde berichten........

P.S.: ein paar Bilder hat möglicherweise die Kamera ‚gefressen‘, ich hoffe ich kann sie zu Hause wiederherstellen, daher heute weniger Bilder als sonst.

19 - Dienstag- 08.09.20 - Oslo - Sandefjord - Campingplatzsuche - Langesund

Heute wollten wir uns schon auf den Weg Richtung Langesund machen. Morgen geht um 14.30 die Fähre, sie wurde auch nicht abgesagt, also hoffen wir, dass das Schiff auch fährt.
Aus Oslo raus war ganz easy und dann kam auch schon die Autobahn Richtung Kristiansand. Tempomat rein und gut. Ganz so weit mussten wir ja nicht..
Es gab noch einen netten Zwischenstopp in Sandefjord, einem netten Städtchen mit Fährhafen. Leider offensichtlich auch Corona bedingt nichts los! Viele Geschäfte, die normalerweise von den Fährtouristen leben und viele Imbissbuden, aber nirgends war was los. Schade, was aus solchen Orten fast ohne Touristen wird.
Wir wollten danach einen als sehr gut beschriebenen Campingplatz bei Langesund ansteuern um dort noch einmal direkt am Strand zu stehen. Dort angekommen, war der Platz bereits geschlossen (seit 1.9.). Das stand aber weder im Internet, auf der Seite des Platzes noch sonst irgendwo. Egal, es gibt ja hier alle Nase lang Campingplätze. Die nächsten vier Plätze, die wir ansteuerten waren ebenfalls zu (alle seit 1.9.). Die haben es offensichtlich nicht nötig, den Urlaubern aus Deutschland das Geld abzunehmen. Dann ein sehr schön gelegener Platz mit ein paar deutschen WoMos. Kurz an der Rezeption geklingelt, aber die ältliche Dame (hatte was von einer Hexe) kannte nur ein englisches Wort „closed“!
Ich hab noch versucht mit ihr zu diskutieren, aber das ist schwierig, wenn man die Sprache nicht beherrscht. Wir sind dann noch zu den deutschen Campern gegangen, die aber schon länger dort standen und alle nur noch eine Nacht bleiben wollten. Offiziell war der Platz auch seit 1.9. geschlossen, also wieder nichts. Zum Glück gibt‘s ja Google. Juliane hat nach „Bobilparkering Langesund“ gesucht und ist im Hafen von Langesund auf einen kostenlosen Parkplatz für WoMos gestoßen. Dort stehen wir jetzt, direkt am Wasser, zwar ohne Strom, aber das geht ja ohne Probleme für zwei bis drei Nächte. Tanks sind voll, Toilette ist leer, also kommen wir damit gut morgen über Dänemark nach Hause. Hier stehen noch ein Norweger, ein Italiener und fünf Deutsche, die bestimmt alle morgen mit uns nach Dänemark übersetzen. Wir haben dann noch einen schönen Spaziergang bei bestem Wetter bis zur Einfahrt in den Fjord gemacht und auf dem Rückweg in dem wirklich netten idyllischen Langesund zwei Pizzen bestellt, die ich 20‘ später abholen konnte. Echt lecker und ein guter Abschluss des Tages. Jetzt geht die Sonne unter und es wird kühler, wir werden wohl gleich die Tür vom WoMo zu machen. Es ist aber in den letzten drei Tagen längst nicht mehr so kalt nachts wie die Tage vorher, daher werden wir hier nicht mehr frieren 🥶.
Morgen dann in Ruhe aufstehen, frühstücken und das WoMo für die Heimreise fertig machen. Morgen Abend dann noch so weit wie es geht in Dänemark 🇩🇰 bis kurz vor die deutsche Grenze. Dann Donnerstag morgen an der Grenze Corona Test machen und ab nach Hause!
Mal sehen, wie das klappt, aber ich werde berichten..........
 20 - Mittwoch/Donnerstag - 09.-10.09.20 - Rückreise und erstes Fazit

Gestern morgen sind wir im Hafen von Langesund wach geworden, es hat erst noch ein bisschen geregnet, aber dann kam die Sonne raus. Wie das so ist am Tag, wenn nachmittags die Fähre fährt, gammelt man so vor sich hin und wartet darauf zum Fähranleger zu fahren. Wir waren dann auch zeitig unterwegs, aber insgesamt sind solche Tage verlorene Tage. Wenn die Fähre um 14.30 fährt und gegen 19.00 in Hirtshals ankommt, ist das wie ein Samstagsspiel um 15.30, jeweils vorher und nachher zu kurz um was zusätzliches zu machen. Die Überfahrt war schon spannend, ein doch sehr großes Schiff in dem man mit dem Auto / Wohnmobil drehen konnte um wieder in der richtigen Richtung zu stehen. Das klappt alles super, die Einweiser können bestimmt alle gut Tetris spielen 😊. Spannend wurde es, als wir im Hafen auf der Stelle drehten um dann aus dem Fjord rauszufahren. Dann erwischte uns der Wind, der auch stark angesagt war. Sechs bis sieben Windstärken von schräg vorne ließen dass Schiff 🚢 auf und ab schaukeln und dazu ein wenig drehen. Solange wir auf dem Sonnendeck waren, war alles gut, aber kaum geht man runter in den Bauch des Schiffes wird es übel. Juliane konnte dann auch nicht lange unter Deck bleiben, also auch nicht lange im Duty Free Shop (wer weiß, wofür das gut war 😁)geblieben. Mal sehen, ob es klappt auch ein Video einzustellen, um einen Eindruck zu gewinnen..
Die Zeit wurde lang und länger, aber viereinhalb Stunden dauern nun mal....
Pünktlich kamen wir dann an und nach 10‘ waren wir schon auf der Autobahn. Wir sind dann noch zwei Umleitungen gefahren, allerdings völlig unaufgeregt, wie man in Dänemark die Autobahn sperrt und den Verkehr anders leitet. Man verliert kaum Zeit und alles wird gut. Eigentlich wollten wir in Dänemark übernachten und uns morgens ab 8.00 an der Grenze testen lassen, wir sind aber dann doch durchgefahren bis hinter den Nord- Ostseekanal bei Flensburg und auf einen Autohof gefahren um dort zu schlafen. Direkt nach uns kamen dann auch noch andere, die mit uns auf der Fähre waren. Noch ein Bier getrunken und ab ins Bett, mal sehen, wie lange wir für die restlichen 450 km brauchen am Donnerstag.
Früh gegen 7.00 aufgewacht, Morgentoilette erledigt, einen Kaffee gekauft, getankt und gegen 7.45 ging es weiter. Die anderen WoMos hatten den gleichen Plan.
Autofahren in Deutschland ist immer weniger entspannt als in anderen Ländern, komisch, ist aber so. Den Elbtunnel schafften wir gegen 9.00 nach dem Frühverkehr zähflüssig, aber es lief. Wir hatten eine ziemlich volle Toilette an Bord, wir waren schließlich drei Tage auf keinem Platz. Also im Internet nach einer Entsorgungsmöglichkeit gesucht, aber so richtig rund um Dortmund nichts gefunden (Service-Wüste für WoMos). Wir sind dann vor Münster abgebogen, haben zwei mal 15 Kilometer Umweg in Kauf genommen, nur um unseren Mist loszuwerden.
Trotz allem waren wir gegen halb zwei zu Hause. Michael hatte uns netterweise einen Parkplatz blockiert, damit wir vor dem Haus parken konnten. Sofort alles ausgeräumt, Waschmaschine angeschmissen und weggepackt was wegzupacken war. Obwohl eingespielt hat das alles zweieinhalb Stunden mit der Reinigung des WoMos gedauert.
Jetzt, nach Einkaufen, Dusche und Freude auf ein bisschen Grillen schreibe ich die letzten Zeilen.
Ein Fazit folgt dann doch eher morgen, ich muss den Grill anwerfen und Juliane Korrektur lesen.
Nach dem Fazit werde ich dann erst wieder vom nächsten Urlaub berichten, mal sehen, wo es in Corona-Zeiten hin geht..........

Bilder dann auch erst morgen, der Grill ruft.......
Fazit der Reise: Wir hatten drei tolle Wochen mit dem Wohnmobil in Norwegen! Ganz viel abwechslungsreiche Natur, wenig Menschen, der ideale Corona-Urlaub!
Das WoMo hatte einige kleine Schwächen, die ich heute bei der Abgabe auch beim Vermieter kundgetan habe. Ich weiß jetzt auch nach drei WoMo-Reisen worauf ich achten werde, wenn wir uns mal ein eigenes zulegen (so in 5 Jahren mit Renteneintritt ;-)).
Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob wir auch Wintercamper sein werden. Dafür war es teilweise etwas grenzwertig, was die Temperaturen angeht. Oder es muss eine Zusatzheizung rein und besser isoliert sein.
Wir hatten insgesamt sechs tolle Wanderungen durch die norwegische Natur und eine Draisinenfahrt, die auch im Gedächtnis bleibt. Die Campingplätze waren alle ohne Ausnahme sehr gut und sehr sauber was die sanitären Anlagen betrifft. Ich denke, wir waren auch nicht das letzte Mal in Norwegen, weiter oben soll es ja auch schön und noch einsamer sein. Das nächste Mal nehmen wir das WoMo eine Nummer größer mit getrennter Dusche und noch mehr Platz, also um die 7 Meter Gesamtlänge.
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